2009.06.11 20:33:00
Marion Karbach

Wenn von Intuition geredet wird, ist dies oft mit einem spöttischen Unterton der Fall. Selbst wenn es Wissenschaftler benutzen, ist ihre Definition schwammig und hinterläßt ein diffuses Gefühl: Intuition wird als hauptsächlich (obwohl das überhaupt nicht stimmt) weibliche Eigenschaft beschrieben - ein sogenanntes Bauchgefühl, das keine logisch erkennbaren und wissenschaftlich beweisbaren Grundlagen hat. Es ist nie konkret und tritt am ehesten mit negativen Empfindungen wie Furcht (ungutes Gefühl, ziehen in der Magengegend), seltener im Zusammenhang mit dem Gefühl "das ist richtig" oder "das MUSS ich einfach tun" auf.

Die Annahme, hierbei handele es sich um etwas mysteriöses oder gar übersinnliches (also nicht auf unsere Sinne zurückführbar) ist jedoch schlichtweg falsch. Im Gegenteil - Intuition beruht auf reinster Wahrnehmung und komplettem Erinnerungsvermögen, dem Erinnerungsvermögen unseres Unterbewußtseins. Im Gegensatz zu unserem Alltagsbewußtsein, das nur im Wachzustand und ganz auf unseren Logos gestützt wahrnimmt, die Wahrnehmungen erst einmal filtert (paßt zu meinem Denkschema, ist wichtig/unwichtig etc.), nimmt das Unterbewußtsein alles wahr, was wir jemals sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken - und das sowohl wenn wir wach sind, als auch im Schlaf oder sogar unter Narkose und im Koma. Es ist immer empfangsbereit. Es filtert niemals aus und es hat das totale Erinnerungsvermögen. Uns stehen also die Erfahrungswerte unseres ganzen Lebens zur Verfügung, um daraus Schlüsse zu ziehen, zu bewerten, Gefahren zu erkennen. Nur kommen wir im Regelfall dort nicht so einfach heran. Unser Alltagsbewußtsein (Ego oder Logos) ist sozusagen der Torwächter - es bestimmt, welche Erinnerungen hervorgeholt werden, was in unserem Fokus erscheint, worauf wir uns konzentrieren können. Dies ist wichtig, weil wir sonst nicht focussieren könnten, wir würden nicht handlungsfähig sein, wenn alle unsere Sinneseindrücke uns mit der selben Stärke überfluten würden. 

Zusätzliche Schwierigkeiten bereitet uns die Kommunikation zwischen Alltagsbewußtsein und Unterbewußtsein: während das Alltagsbewußtsein mit seinem immerwährenden Dialog in unserem Kopf ständig von uns trainiert wird, kann das Unterbewußtsein mit seiner Bildersprache nur im Schlaf ungehindert agieren, es wird von uns nicht willentlich trainiert (was möglich ist - z. B. durch Luzides Träumen). Und dabei hat es den größten Erfahrungsschatz und damit auch unendlich viele Möglichkeiten, Situationen zu erkennen, wenn sie sich gerade erst entwickeln - und nicht erst, wenn sie bereits eingetreten sind. Intuition ist die Stimme unseres Unterbewußtseins, die hier durch unseren Körper spricht, um auszudrücken, was das Alltagsbewußtsein uns nicht erlauben will zu sehen: es verlangt nach logischen Erklärungen, einem Beweis.

Die einzige Möglichkeit seine "Innere Stimme", also die Intuition zu schulen und ihr zu vertrauen, ist das Anwenden von sogenannten Divinationstechniken (Tarot, Pendeln, Runen, I-Ging). Hier lernt man, die Innere Stimme zu hören, während das Alltagsbewußtsein durch die gewählte Technik beschäftigt wird. Zusätzlich helfen die Bilder der Tarotkarten oder Runen dem Unterbewußtsein, Fakten auszudrücken, die das Alltagsbewußtsein dann mühelos interpretieren kann. Man lernt sich zu konzentrieren und zu focussieren. 

Intuition ist ein Teil unseres Selbst. Sie war schon da, als wir der Sprache noch nicht mächtig waren und unsere Urinstinkte uns geleitet haben - sie hat uns vor Gefahren gewarnt, die wir uns nicht erklären konnten und uns geholfen als Rasse zu überleben. Deshalb sollte unsere Innere Stimme gehört werden und wieder den Stellenwert bekommen, der ihr zusteht: als gleichwertiger Partner neben unserer Rationalität.

Calanthe


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Freitag, 03. September 2010

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