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Binah ist der höchste Punkt auf der (weiblichen) Säule der Härte. Härte bedeutet Starrheit: Binah macht es Chockmah möglich, sich zu manifestieren. Doch dadurch stirbt Chockmah - Binah zwingt zum Verzicht auf unzählige Möglichkeiten! Binah ist die Urmutter von Raum und Zeit, der aufnehmende passive weibliche Aspekt, gleichsam Mutter allen Lebens und damit auch Urmutter des Todes - das eine kann es ohne das andere nicht geben!
Ohne die Fähigkeit Binahs, die explosive Initialkraft Chockmahs aufzunehmen, würde der zündende Funke im Nichts verpuffen. Binah ist der Beginn des Linearen Zeitstrahls. Sie symbolisiert die Intelligenz, Wissen (passiv) in sich eindringen und wachsen zu lassen, so daß Strukturen verknüpft werden können und die Weisheit (Chockmahs) auf fruchtbaren Boden fällt.
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Das dritte Gebot wird Binah zugeordnet: Du sollst den Feiertag heiligen. Kabbalistisch gesehen ist dies der notwendige Gegenpol zur explosiven Aktivität Chockmahs. Auf uns als Menschen übertragen: Wenn wir nur Chockmah sind, leben wir exzessiv alle (körperlichen) Bedürfnisse aus. Wenn wir nur Binah sind, führen wir ein eremitenhaftes, asketisches Leben. Wir sollen uns einen (Frei-)Raum schaffen, in dem wir uns von aller aktiven Spannung befreien, in uns hineinhorchen können, eins werden mit dem Binah-Prinzip. Und damit das gesunde Gleichgewicht wieder herstellen. Das Dritte Gebot ist eine Warnung vor der Abstumpfung durch das Alltagsleben (Chockmah), vor geistigem Stillstand, Routine, Erstarrung.
Binah als Urmutter hat zwei gegensätzliche Alspekte: Ama, das Reich der anorganischen Chemie (Minerale, anorganische Verbindungen, chemische Elemente) und Aima, den fruchtbaren, organischen, biochemischen, Leben ermöglichenden Aspekt. Der Ama-Aspekt Binahs - die dunkle, unfruchtbare todbringende Mutter - kann man der Gestalt Lilith zuordnen, den Aima-Aspekt Binahs der Mutter aller Lebenden - Eva. Zu Binah gehören Melancholie, Schwermut und die finsteren Abgründe endloser Traurigkeit. Das Meer ist ein Symbol Binahs (Raum, Zeit, Ewigkeit). Die Binah-Form, sei es in Worten oder Materie, ermöglicht Greifbarkeit, das Sichtbar-Werden, die Manifestation einer Idee oder eines Prinzips. Form bedeutet Stabilität, aber auch den Tod des Impulses.
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